Was muss ich bei der Untersuchung beachten?

  • Wenn Sie Aufnahmen früherer Untersuchungen (Röntgenbilder, Ultraschall, CT, MRT) haben, bringen Sie diese bitte mit.
  • Lassen Sie den Arzt wissen, ob Sie früher schon eine allergische Reaktion auf Jod hatten oder ob Sie unter Asthma leiden.
  • Sagen sie dem Arzt, ob sie Diabetes haben.
  • Sagen sie dem Arzt, ob sie regelmäßig Medikamente nehmen.
  • Sagen sie dem Arzt, ob Sie schwanger sind. Eine Szintigraphie während der Schwangerschaft oder Stillzeit darf wegen der Strahlenbelastung nur bedingt durchgeführt werden.

Wie funktioniert die Nukleardiagnostik?

Im Vergleich zu anderen bildgebenden Verfahren, wie Röntgen oder MRT, ermöglicht die nuklearmedizinische Untersuchung nicht primär die Darstellung von Gewebsstrukturen, sondern die Abbildung der Funktion und Stoffwechselprozesse in Organen, Gewebe und Knochen.

Hierfür verwendet man in der Nukleardiagnostik radioaktive Isotope, wie z.B. eine Verbindung von Jod und Technetium99m. Weil die Substanz in äußerst geringen Mengen verabreicht wird und sich in der Regel kaum von den natürlich im Organismus vorkommenden Stoffen unterscheidet, wird die Funktion der untersuchten Organe praktisch nicht beeinflusst, sondern nur beobachtet. Daher gibt es bei einer nuklearmedizinischen Untersuchung keine nennenswerten Nebenwirkungen.

Die Substanz wird in die Armvene injiziert und gelangt über die Blutbahn in den zu untersuchenden Körperabschnitt. Dort wird eine leichte Gammastrahlung abgegeben, die von einer speziellen Gammakamera aufgefangen und zu dreidimensionalen Bildern verarbeitet wird.

Die Strahlenbelastung ist gering, sie liegt in derselben Größenordnung wie bei üblichen Röntgenuntersuchungen. Andere Menschen werden nicht gefährdet; eine Isolation der Patienten ist nicht notwendig.

Schilddrüsenszintigraphie

Für die szintigraphische Untersuchung der Schilddrüse wird das Isotop Technetium-99m verwendet. Dieses Isotop verhält sich sehr ähnlich wie das von der Schilddrüse zur Hormonproduktion benötigte Jod. Nach Injektion des Technetiums in eine Armvene gelangt es innerhalb von 5-10 Minuten in die Schilddrüse. Mit der Schilddrüsenszintigraphie ist eine regionale oder aber globale Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse nachweisbar.

Skelettszintigraphie

Die Skelettszintigraphie (Knochenszintigraphie) macht sich den Umstand zunutze, dass die knöchernen Skelettbestandteile sowohl einem intensiven Stoffwechsel als auch einem dauernden Umbau unterliegen. Zur bildhaften Darstellung des Skelettsystems bzw. des Knochenstoffwechsels verwendet man Verbindungen aus Technetium-99m und Phosphat. Da Phosphat ein wesentlicher Bestandteil des Knochens ist, lagert sich diese Verbindung nach ihrer Injektion bevorzugt in den knöchernen Skelettanteilen ein. Der Knochenstoffwechsel kann im Rahmen unterschiedlichster Erkrankungen (primäre/sekundäre Tumore der Knochen, Verletzungen/Frakturen, Infektion, Osteoporose) verändert sein. Mit der Knochenszintigraphie lassen sich Auffälligkeiten Wochen bis Monate früher erkennen als auf Röntgenaufnahmen.

Nierenszintigraphie

Für die Nierenszintigraphie wird ein Technetium-markierter Tracer verwendet. Dieser zeigt nach seiner intravenösen Injektion eine kurze Verweildauer in den Nieren und wird dann über die Harnblase ausgeschieden. Durch die Aufzeichnung der vom Tracer ausgesendeten Strahlung lässt sich die Nierenfunktion ermitteln, und zwar sowohl beider Nieren zusammen als auch für jede Niere getrennt. Dabei werden die Funktionsdaten ins Verhältnis zur individuellen Körperoberfläche gesetzt bzw. mit den altersentsprechenden Normwerten verglichen. Diese Auswertung erlaubt die Diagnose von Nierenfunktionseinschränkungen verschiedenster Genese, wie z.B. auch Durchblutungsstörungen der Nieren als eine von mehreren Ursachen des Bluthochdrucks.

Lungenszintigraphie

Mit der Lungenszintigraphie wird die Ventilation (Belüftung) und Perfusion (Durchblutung) der Lunge gemessen. Sie ist ein Test zur Feststellung von Embolien in der Lunge. Eine akute Lungenembolie ist dadurch gekennzeichnet, dass ein bestimmtes Lungenareal nicht mehr durchblutet aber weiterhin belüftet wird. Dies erkennt man beim Vergleich des Perfusionszintigrammes mit einem Röntgenbild oder einem Ventilationsszintigramm.