Quintessenz: Schlaganfallpatienten erhielten 24 min schneller ihre Thrombolysebehandlung, wenn sie im STEMO versorgt wurden, nämlich durchschnittlich 52 Minuten statt 76 min nach Alarmierung.

Dabei kam es nicht zu vermehrten Komplikationen. Die Studie ist zu klein, um einen gesundheitlichen Vorteil der STEMO-Patienten nachzuweisen.

Das (eingedeutscht:) Stroke-Einsatz-Mobil STEMO ist ein großes Feuerwehrfahrzeug, das neben der üblichen Rettungswagen-Ausstattung ein Labor und einen mobilen Computertomographen enthält. Neben dem Rettungsassistenten und einem Neurologen mit Notarztqualifikation fährt deshalb auch eine MTRA mit.

Das CT ist ein CereTom® von NeuroLogica, ein kleiner, fahrbarer 8-Zeiler mit 30 cm Gantryöffnung und 360 kg Gewicht. Die Aufnahmen werden telemedizinisch in der Charité befundet. Einsatzgebiet des Prototypen warWilmersdorf, nur tagsüber, wochenweise abgewechselt mit einem normalen Rettungswagen. Für die jetzt publizierte Studie wurden ca. 1800 Einsätze des Fahrzeugs ausgewertet (ca. 40 pro Einsatzwoche). Etwa bei jedem zehnten Einsatz wurde ambulant lysiert.
In Deutschland wird heute jeder zweite Schlaganfallpatient in einer Stroke-Unit versorgt, aber weniger als 10% kommen rechtzeitig (innerhalb von 4.5 Stunden nach Beginn der Symptome) dort an, um eine Lysetherapie zu erhalten.

Bevor die Substanz rt-PA verabreicht werden kann, werden eine fachneurologische Untersuchung, ein CT, und Laboranalysen gefordert, um eine Hirnblutung und Kontraindikationen auszuschließen. Anders als bei der Versorgung von Herzinfarkten, kann der Notarzt eine sofortige präklinische Lyse ohne Diagnostik nicht riskieren.

Die Anschaffungskosten für das STEMO sollen bei ca. 1 Mio Euro liegen.Quelle Dazu kommen die hohen Personalkosten Es ist wohl kaum möglich, das System rund um die Uhr, in kleineren Städten, oder gar flächendeckend aufzubauen. Am wichtigsten ist es deshalb, die künftigen Patienten und ihre Angehörigen besser aufzuklären, und die Zusammenarbeit der Ärzte mit den bestehenden Stroke-Units zu verbessern.

Dr. Peter Köhler

Facharzt für Diagnostische Radiologie und Facharzt für Strahlentherapie