Wie läuft die Chemotherapie ab?

Nach Feststellung einer Krebserkrankung und Untersuchung aller wichtigen nicht an der Erkrankung beteiligten Organe wird gemäss den geltenden Leitlinien ein individueller Behandlungsplan für die Chemotherapie erstellt.

In diesem Behandlungsplan werden meist mehrere Krebsmedikamente kombiniert und so dosiert, dass die Wirkung auf den Tumor optimiert wird und unerwünschte Begleiterscheinungen minimiert werden.

Die Medikamente werden dann als Infusion oder über ein Port-System dem Körper zugeführt. Diese Infusion dauert meist 2-4 Stunden. Der Patient sitzt dabei in einem bequemen Sessel oder liegt in seinem Bett.

Ambulante Patienten können nach der Infusion nach Hause gehen. Sie kommen zum vereinbarten Termin am nächsten Tag oder nach 2 – 3 Wochen wieder.

Um eine optimale Wirkung der Chemotherapie zu erreichen, finden meist mehrere Behandlungszyklen statt, was in der Regel mehrere Monate dauert.

Wie verträglich ist die Chemotherapie?

Die heute in der Chemotherapie eingesetzten Medikamente wurden in der Verträglichkeit optimiert. Für eine Reihe von Tumoren konnten sogar Chemotherapien entwickelt werden, bei denen das Problem des Haarausfalls keine Rolle mehr spielt. Dennoch kommen wir auch heute bei einigen Krebs- und Leukämieerkrankungen nicht ohne Medikamente aus, die mit Haarausfall verbunden sind.

Zur Vermeidung weiterer Nebenwirkungen, wie z.B. Übelkeit, stehen uns wirkungsvolle Medikamente zur Verfügung. Weiterhin können wir mit sogenannten Wachstumsfaktoren eine rasche Regeneration der Blutbildung anregen und damit das Immunsystem stärken. Auch werden Medikamente aus dem Bereich der pflanzlichen Wirkstoffe wie z.B. Kamille, Salbei, Myrrhe, Fenchel und Echinacin unterstützend eingesetzt.

Wie funktioniert die Chemotherapie?

Das dem Körper zugeführte Krebsmedikament wird von der Krebszelle aufgenommen, weil die Zelle das Medikament für einen Baustein zum Wachstum hält. Das in der Chemotherapie eingesetzte Medikament wirkt aber genau gegenteilig, so dass die Krebszelle sich nicht mehr teilen kann und abstirbt.

Die Wirksamkeit einer medikamentösen Krebsbehandlung beruht auf komplexen biologischen Vorgängen. Dabei hängt der Erfolg entscheidend vom Krebstyp ab. Ein Lymphknotenkrebs vom Typ der Hodgkinschen Erkrankung oder junge Männer mit Hodenkrebs haben mit einer kombinierten Chemotherapie eine Heilungschance von ungefähr 90 %. Bei anderen Krebserkrankungen hat die medikamentöse Therapie geringere Erfolgsraten, ist aber dennoch wichtig für die Hemmung des Tumorwachstums. Aus diesem Grund werden verschiedene Therapieformen (Operation, Chemotherapie, Strahlentherapie) parallel angewandt, um den Tumor vollständig zu beseitigen.