Der Radiosender BR 2 hat in seiner Reihe „IQ – Wissenschaft und Forschung“ eine sehr gut recherchierte, dabei verständliche Sendung zu diesem Thema gemacht, die zumindest bis zur Depublizierung noch im Internet abrufbar ist (Link s.u.). Sie dauert 25 Minuten und ist für die Betroffenen und deren Angehörigen empfehlenswert.

Die von der Medizinjournalistin Veronika Bräse befragten Experten stellen ihre Therapiemethoden vor und diskutieren das Für und Wider:

  1. der chirurgischen Prostata-Entfernung mit und ohne OP-Roboter,
  2. der Strahlentherapie von außen oder innen,
  3. und die Beobachtung ohne Therapie („Active Surveillance“).

Für die meisten Patienten, vor allem jene mit Tumoren mittlerer oder hoher Aggressivität, ist die reine Beobachtung keine Option. Hat man sich aber zur Behandlung entschieden, werden Operation und Strahlentherapie im Ergebnis als gleichwertig angesehen. Sie unterscheiden sich nur im Nebenwirkungsprofil. Wesentlich sind immer die gesundheitliche Situation und die Lebensumstände des konkreten Patienten.

Die Strahlentherapie wird von Prof. Claus Belka (LMU/München) vetreten. Die von ihm erwähnte S3-Leitlinie (S3 ist die höchste Qualitätsstufe für Leitlinien) finden Sie unten verlinkt.

Ergänzen möchte ich noch, dass die kurz angesprochene, bisher gängige Ansicht, die regelmäßige Kontrolle des PSA im Blut bei gesunden Männern sei nutzlos, möglicherweise nicht stimmt. Jedenfalls wurde die dafür maßgebliche Studie bisher falsch interpretiert.

Dr. Peter Köhler

Facharzt für Diagnostische Radiologie und Facharzt für Strahlentherapie