Unsere Praxis bietet individuelle Gesundheitsleistungen der bildgebenden Diagnostik an, soweit sie rechtlich vorgeschrieben, oder medizinisch aufgrund einer Erkrankung oder von Symptomen indiziert sind. Dagegen ist strahlendiagnostische Früherkennung (bei Patienten ohne Symptome) ist nach §84 des neuen Strahlenschutzgesetzes nur zulässig, wenn eine Rechtverordnung sie genehmigt. Dies betrifft Untersuchungen mit ionisierenden Strahlen.
Die Leistungen werden nach der „Gebührenordnung für Ärzte“ (GOÄ) berechnet.
Röntgenaufnahme der Lunge
Die Röntgenaufnahme der Lungen beim beschwerdefreien Gesunden diente früher der Suche nach verdeckter ansteckender Tuberkulose. In Deutschland ist sie als Reihenuntersuchung aufgegeben worden; auch arbeitsmedizinische Routineuntersuchungen umfassen keine Röntgenaufnahme mehr. Einige Staaten wie z.B. Südafrika fordern jedoch noch den Nachweis einer aktuellen Röntgenaufnahme für ihr Einwanderungsvisum.
In der Regel genügt eine Projektion (von vorne).
CT zum Lungenkrebsscreening
Die Mehrzeilen-Computertomographie (CT) des Brustkorbes kann Lungenkrebs in sehr frühen Stadien finden, die noch erfolgreich zu behandeln sind. Der amerikanischen Leitlinie zufolge kann sie bei starken Rauchern und Ex-Rauchern über 55 Jahre sinnvoll sein. In Deutschland ist sie als Früherkennungsuntersuchung nur im Rahmen des offiziellen Screeningprogramms erlaubt. Ihr Hausarzt kann prüfen und ggf. bestätigen, dass Sie zu den screening-berechtigten Personen gehören.
Die CT-Untersuchung zum Lungenkrebsscreening wird mit reduzierter Strahlendosis und ohne Kontrastmittel durchgeführt und dauert nur wenige Minuten. Es ist keine besondere Vorbereitung notwendig.
Literatur: Michael T. Jaklitsch, Francine L. Jacobson, et al.: The American Association for Thoracic Surgery guidelines for lung cancer screening using low-dose computed tomography scans for lung cancer survivors and other high-risk groups. The Journal of Thoracic and Cardiovascular Surgery, July 2012:p.33-8 (PDF)
CT-Koronarkalkbestimmung
Die moderne Computertomographie ist schnell genug, um das schlagende Herz unverwackelt aufzunehmen. Dabei können Verkalkungen der Herzkranzgefäße (Koronararterien) sehr einfach dargestellt und ausgemessen werden. Der sogenannte Calcium- oder Agatson-Score dient dazu, das Risiko für einen Herzinfarkt vorauszusagen.
Die CT-Bestimmung des Calciumscores wird in den USA für Raucher und Menschen mit hohem Blutdruck empfohlen, insbesondere wenn weitere Gefahrenmomente hinzutreten wie Übergewicht, erhöhte Blutfettwerte, erbliche Vorbelastung mit Herzerkrankungen, oder Diabetes. Als Früherkennungsuntersuchung ist sie in Deutschland bisher nicht vom Bundesamt für Strahlenschutz bewertet und solange nicht erlaubt.
Die Untersuchung erfolgt ohne Kontrastmittel und dauert nur wenige Minuten. Es ist keine besondere Vorbereitung notwendig.
Literatur: Paul A. Grayburn: Interpreting the Coronary-Artery Calcium Score. N Engl J Med 2012; 366:294-296, January 26, 2012 DOI: 10.1056/NEJMp1110647
Leitlinie: Oudkerk M, Stillman Ae, et al.: Coronary artery calcium screening: current status and recommendations from the European Society of Cardiac Radiology and North American Society for Cardiovascular Imaging. Int J Cardiovasc Imaging 2008; 24(6): 645–671. doi:10.1007/s10554-008-9319-z PMC2493606 (PDF)
CT-Osteodensitometrie
Die Knochendichtebestimmung am Computertomogaphen (Synonyme: quantitative CT, QCT) ist besonders genau. Die Untersuchung hat eine im Vergleich zu anderen CT-Untersuchungen sehr niedrige Strahlenbelastung, liefert dafür aber keine diagnostischen Bilder. Sie erhalten Zahlenwerte (T-Score, Z-Score), die den Kalksalzgehalt der Lendenwirbelsäule im Vergleich zu gesunden jungen Menschen und zu Ihrem Altersdurchschnitt beschreiben.
Wir empfehlen die Messung insbesondere für Frauen über 50 Jahre, deren Symptome auf Osteoporose hindeuten, etwa Knochenschmerzen oder -brüche schon bei leichten Unfällen. Als Früherkennungsuntersuchung ohne Symptome ist sie in Deutschland bisher nicht vom Bundesamt für Strahlenschutz bewertet und solange nicht erlaubt.
Sie dauert nur wenige Minuten und wird ohne Kontrastmittel durchgeführt. Es ist keine besondere Vorbereitung notwendig. Die Kosten für diese CT-Untersuchung werden von den deutschen gesetzlichen Krankenkassen seit 2014 nicht mehr übernommen. Wir berechnen sie gemäß GOÄ in der jeweils gültigen Fassung, daraus ergibt sich zur Zeit (2015) ein Untersuchungspreis von 32,08 €.
Literatur: Reiner Bartl: Osteoporose: Prävention, Diagnostik, Therapie. 4. Auflage, Thieme 2010, ISBN 3131549440, 9783131549440
Leitlinie: DVO-Leitlinie Osteoporose (Stand 2014)
Dental-CT
Die Kieferchirurgie kann Zahnersatz in Form von maßgeschneiderten, im Kiefer fest verschraubten Implantaten anbieten. Dafür werden punktgenaue Bilddaten des Patienten benötigt.
In Zusammenarbeit mit spezialisierten Zahnärzten und Chirurgen erstellen wir die jeweiligen Datensätze an unserem CT-Scanner und liefern eine DICOM-CD zur Implantatberechnung.
Die Untersuchung dauert etwa 30 min und benötigt keine besondere Vorbereitung. Bitte bringen sie die von Ihrem Zahnarzt hergestellten Gebißschienen mit.
Literatur: F. X. Lenglinger, T. Muhr, G. Krennmair : Dental-CT: Untersuchungstechnik, Strahlenbelastung und Anatomie. Der Radiologe 39 (12), Dez. 1999, S. 1027-34
Virtuelle Koloskopie am CT
Die Darmspiegelung (Koloskopie) ist ein hervorragendes Mittel zur Darmkrebs-Früherkennung bei Menschen über 50. In manchen Fällen ist es jedoch schwierig, den ganzen Darm mit dem biegsamen Rohr zu erreichen.
Die virtuelle Koloskopie kann in solchen Fällen helfen. Sie erzeugt aus einem gewöhnlichen CT-Datensatz Bilder und Videofilme, die der normalen Koloskopie entsprechen. Sie kann frühe Krebsformen und Polypen im Dickdarm ab ca. 5 mm Durchmesser erkennen. Als Früherkennungsuntersuchung ist sie in Deutschland bisher nicht vom Bundesamt für Strahlenschutz bewertet und solange nicht erlaubt.
Zur Vorbereitung muß der Darm sorgfältig gereinigt werden. Dann wird ein Mittel gegen Kontraktionen gespritzt und der Darm über ein kurzes Rohr mit Luft gefüllt. Die eigentliche Untersuchung dauert ca. 30 Minuten und wird ohne Kontrastmittel, in Bauch- und Rückenlage durchgeführt.
Die Auswertung ist sehr zeitaufwendig. In der Regel steht das Ergebnis erst am Folgetag zur Verfügung.
Literatur: Helmut Messmann: Klinische Gastroenterologie, S. 431. Thieme 2011, ISBN 3131659912, 9783131659910
Kernspin-Mammographie als Vorsorgeuntersuchung
Die Kernspintomographie der Brust (MR-Mammographie) ist das mit Abstand empfindlichste Verfahren zur Früherkennung von Brustkrebs. Sie ist recht aufwändig und teuer und wird daher nur in ganz wenigen ausgewählten Situationen von den Krankenkassen bezahlt.
Darüberhinaus ist sie aus unserer Sicht nützlich und sinnvoll, wenn die herkömmlichen Verfahren (Röntgenmammographie und Ultraschall) nicht ausreichend sicher sind. Das ist bei besonders röntgendichtem Brustgewebe, bei familiärer Brustkrebshäufung, und bei Implantaten der Fall.
Die Untersuchung wird in Bauchlage im MR-Tomographen durchgeführt und erfordert eine intravenöse Kontrastmittelinjektion. Das Kontrastmittel enthält kein Jod und verursacht nur in ganz seltenen Fällen Nebenwirkungen. Die Fahrtauglichkeit wird nicht beeinflusst. Sie werden etwa 15 min im Gerät sein. Da die Auswertung sehr zeitaufwendig ist, steht das Ergebnis in der Regel erst später zur Verfügung.
Literatur: Uwe Fischer: Lehratlas der MR-Mammographie: Hochauflösende Mamma-MRT. 2. Auflage, Thieme 2010, ISBN 3131185821, 9783131185822
Mammasonographie zur Screening-Mammographie
Die Ultraschalluntersuchung der Brustdrüse ergänzt die Röntgenmammographie und gibt zusätzliche Sicherheit insbesondere bei jüngeren Frauen, deren Brust noch relativ röntgendicht ist.
Im Screeningprogramm ist sie dennoch nicht vorgesehen. Nur, wenn die Röntgenuntersuchung eine Auffälligkeit ergeben hat, darf zu Lasten der Krankenversicherung sonographiert werden.
Daher bieten wir die Untersuchung auch als Selbstzahlerleistung an. Wie alle Ultraschallmethoden ist sie völlig schmerzlos und ungefährlich. Sie dauert nur wenige Minuten und benötigt keine besondere Vorbereitung.
Literatur: Christof Sohn, Jens-Uwe Blohmer (Hrsg.): Mammasonographie: Lehratlas zur Technik und Befundinterpretation. Thieme 2006, ISBN 3131586222, 9783131586223
Zweitbefundung fremder Aufnahmen
Wenn Sie von anderen Instituten hergestellte radiologische Aufnahmen besitzen, fertigen wir davon gerne eine radiologisch-fachärztliche Zweitbefundung an. Das kann sinnvoll sein, wenn der Originalbefund in einer fremden Sprache abgefaßt ist, oder wenn Sie eine zweite Meinung benötigen.
Übersenden Sie uns dazu alle Aufnahmen (DICOM-CDs oder Ausdrucke in guter Qualität), an die folgende Adresse:
Praxis Prof. Dr. Zwicker & Partner
– Zweitbefundung –
Haydnstrasse 2, D-78464 Konstanz
Schreiben Sie uns, welche Frage Sie oder Ihr behandelnder Arzt beantwortet haben möchten. Vergessen Sie Ihren Absender nicht. Bitte legen Sie auch die zugehörigen Befunde und Arztberichte bei. Sie erhalten alle Unterlagen später zurück.
Die Gutachten werden mit der Ziff. 85 GOÄ je nach Aufwand berechnet (Stand 2015: ca. 80 € pro angefangene Stunde Arbeitszeit).
Wichtige Hinweise
- Wenn Sie Aufnahmen früherer Untersuchungen (Röntgenbilder, Ultraschall, CT, MRT) haben, bringen Sie diese bitte mit.
- Wenn die Untersuchung Kontrastmittel beinhaltet, lassen Sie den Arzt auf alle Fälle wissen, ob Sie früher schon eine allergische Reaktion hatten oder ob Sie unter Asthma leiden.
- Eine Schwangerschaft sollten Sie dem Arzt unbedingt mitteilen. Eine Röntgen- oder CT-Untersuchung während der Schwangerschaft darf wegen der Strahlenbelastung nur aus dringendem Grund durchgeführt werden. Kernspintomographien sind vermutlich ungefährlich, sollten aber zur Sicherheit während der ersten drei Schwangerschaftsmonate ebenfalls unterbleiben.
Zuletzt bearbeitet: 27. August 2026